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Nov 06

Regelschule

Bis zum Beginn des Schuljahres 2011/12 war unsere Schule insgesamt so, wie sie weitgehend üblich ist  und heute noch für die Kinder der „Regelschulklassen“ abläuft: Die Kinder werden gemäß der Stundentafel für die Grundschule auf der Grundlage der Bildungspläne für die Grundschulen des Landes Baden-Württemberg unterrichtet.

Die Unterrichtszeit verteilt sich auf die Vormittagsstunden; als „verlässliche Schule“ können sich die Eltern darauf verlassen, dass ihre Kinder während der planmäßigen Unterrichtsstunden beaufsichtigt werden. Am Nachmittag finden freiwillige Arbeitsgemeinschaften statt. Die Kinder bekommen Hausaufgaben, die sie zu Hause innerhalb einer je nach Klasse möglichst nicht zu überschreitenden Zeit zu erledigen haben. Im Übrigen sind die Kinder nachmittags frei für ihre individuellen Beschäftigungen.

Die Eltern beaufsichtigen oder beschäftigen zu Hause ihre Kinder und helfen, wenn nötig, bei den Hausaufgaben, bekommen aber auch dann und wann den „Frust“ der Kinder über die Schule ab und müssen beruhigen, trösten oder schlichten. Den Vorteilen der freien Verfügbarkeit über den Nachmittag stehen die Nachteile gegenüber, dass die Eltern gebunden sind. Bei berufstätigen Eltern kann dies leicht zu Schwierigkeiten führen, insbesondere wenn keine anderen Personen in der Nähe sind, die bei Bedarf die Aufsicht über das Kind übernehmen können. Ansonsten ist der frei verfügbare Nachmittag natürlich dann besonders wertvoll, wenn das Kind sich einer besonders intensiven Beschäftigung – etwa im musikalischen oder sportlichen Bereich – widmet.

Ein heikles Thema, das immer stärker in den Blickpunkt der Debatte über Bildung und Schule rückt, ist die Tatsache, dass Kinder von Hause aus unterschiedliche Bildungsvoraussetzungen haben. Allgemein üblich werden „bildungsfernere“ und „bildungsnähere“ familiäre Herkünfte unterschieden. Untersuchungen zeigen, dass die herkömmliche Regelschule insbesondere die Kinder aus bildungsferneren Familien zu wenig fördert, außerdem die Möglichkeit einschränkt, dass beide Eltern einem Beruf nachgehen können.